Studierendenparlament schafft auf Initiative der Juso Hochschulgruppe Passau einen Beauftragtenposten für Studentische Hilfskräfte und Tutor*innen

aus: www.zeit.de
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Das war überfällig, dafür geschah es nun einstimmig: Die Studierenden der Universität Passau bekommen auf Initiative der Juso Hochschulgruppe Passau eine*n Beauftragte*n für Studentische Hilfskräfte und Tutor*innen. 

 

Unser HSG-Mitglied Erik Olcese brachte zur ersten Sitzung des Studierendenparlaments im Wintersemester 2013/2014 einen Antrag ein, auf Grundlage dessen eine Person beauftragt wird hunderte Studierende zu vertreten, die an der Uni als studentische Hilfskräfte angestellt sind.

 

Hiwis sind noch immer aus dem Hochschulalltag nicht wegzudenken. Sie leisten beträchtliche Arbeit bei der Vorbereitung von Lehrveranstaltungen, der Recherche für Publikationen ihrer Vorgesetzen, der Organisation von Tagungen und Konferenzen oder dem Abhalten von Lehrveranstaltungen im Rahmen vieler Tutorien. Ihre Rechte sind dagegen für die meisten unklar und undurchsichtig, viele trauen sich auch nicht die Einhaltung der gesetzlichen und vertraglichen Arbeitszeiten anzuprangern oder eine Gehaltsfortzahlung bei Urlaub oder Krankheitsfall einzufordern - zu groß die Angst, nach nur drei Monaten (und die meisten Verträge laufen nur ein Semester) entlassen und nicht weiterbeschäftigt zu werden.

 

Dabei profitieren nicht nur die Studentischen Hilfskräfte selbst von der Tätigkeit an einem Lehrstuhl, einer Professur, in der Bibliothek oder der Verwaltung. Allein an der Universität Passau durchlaufen tausende Studierende jedes Semester unzählige Tutorien, um den Stoff der Lehrveranstaltungen zu wiederholen und zu vertiefen und somit die Abschlussarbeiten zu bestehen. Fachlich sind die Tutorinnen und Tutoren meistens gut geeignet, diese Verantwortung für ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen zu tragen. Didaktisch glänzen nur wenige studentische Dozierende - und einen Vorwurf kann man ihnen dabei kaum machen.

 

Die Universität Passau bietet bisher zumindest an der Philosophischen Fakultät einen didaktischen Qualifizierungslehrgang im Rahmen des Tutor*innenprogramms "Lernen durch Lehren" an. Geleitet werden die Einheiten durch Florian Stelzer, Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Regionale Geographie. Der Träger des Zertifikats "Hochschullehre Bayern" absolviert ein berufsbegleitendes Fernstudium (Master of Higher Education) an der Universität Hamburg und wird im November 2013 mit dem Preis für gute Lehre der Universität Passau ausgezeichnet. Er ist bestens qualifiziert, um Studierende auf ihre wichtige Tätigkeit als Tutor*innen vorzubereiten - scheiterte aber in diesem Semester an einer verschwindend geringen Teilnehmerzahl von nur fünf Interessierten.

 

Die Gründe dafür sind klar: Viele Studierende werden erst ein oder zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn eingestellt und haben somit keine Möglichkeit sich auf die Tutor*innentätigkeit vorzubereiten. Außerdem sind die studentischen Hilfskräfte bisher nicht untereinander vernetzt oder organisiert, was u. a. auch daran liegt, dass das bayerische Hochschulgesetz dies nicht vorsieht. Die Universität Passau lässt die studentischen Hilfskräfte im Moment im Wirrwarr der Unsicherheiten und der rechtlichen Grauzonen alleine, der Lernerfolg für die Studierenden in den Lehrveranstaltungen hält sich in Grenzen, weil die Tutor*innen zum großen Teil nicht didaktisch qualifiziert sind.

 

Die Juso Hochschulgruppe Passau hat als erste Hochschulgruppe die Problematik erkannt und reagiert auf die zahlreichen Rückmeldungen und Beschwerden aus der Studierendenschaft. Das Studierendenparlament zieht mit und beschloss einstimmig über alle politischen Hochschulgruppen und die Fachschaften hinweg die Einrichtung eines Beauftragtenpostens für studentische Hilfskräfte und Tutor*innen. Das Amt wird im Moment vorbereitet, erste Gespräche mit Verantwortlichen in der Universität geführt und erste Ergebnisse zur zweiten Sitzung des Studierendenparlaments am 21. November 2013 präsentiert. Dort wird auch der Beauftratenposten gewählt, und die Juso Hochschulgruppe Passau wird auch hier wieder Verantwortung übernehmen für die über 11.000 Studierenden an unserer Universität.