Irritierende Äußerungen des Passauer Bischofs

Juso Hochschulgruppe Passau und Juso Stadtverband Passau fordern Recht auf Sexuelle Selbstbestimmung und freie Entscheidung über den eigenen Körper!

Bischof Stefan Oster am 26. Juli 2014 auf seiner Facebook-Seite
Bischof Stefan Oster am 26. Juli 2014 auf seiner Facebook-Seite

Der Passauer Bischof Dr. Stefan Oster SDB wurde im sozialen Netzwerk Facebook von einem User auf das Thema Empfängsnisverhütung in Afrika und die Ausbreitung von AIDS angesprochen. Auf seiner Seite äußerte er sich öffentlich am 26. Juli 2014 unter anderem wie folgt:

 

„Aids und Verhütung. Uns ist (hoffentlich) kar, dass ein Leben aus dem Glauben der beste Schutz vor Aids wäre! Denn wenn die Partner warten würden mit der vollzogenen Sexualität bis zur Ehe und dann in der Ehe ihre Sexualität als Geschenk leben würden und könnten in Treue und Verbindlichkeit, dann würde sich Aids nicht verbreiten.“

 

Wir gehen davon aus, dass wir Bischof Dr. Oster nicht auf wissenschaftliche Erkenntnise der AIDS-Forschung hinweisen müssen. Die Darstellung, dass AIDS sich ausschließlich über sexuellen Verkehr überträgt, ist schlichtweg falsch. Auch andere Faktoren wie Bluttransfusionen mchen die Ausbreitung von HIV möglich. An dieser Aussage zeigt sich, dass Bischof Dr. Oster ganz im Sinne der katholischen Soziallehre eine christliche Moral konstruieren möchte, die mit wissenschaftlichen Fakten nicht übereinstimmt und zudem von der Lebensrealität der meisten Menschen vollkommen abweicht.

 

Die Juso Hochschulgruppe Passau und der Juso Stadtverband Passau bekennen sich klar zu den Grund- und Menschenrechten, die das Recht auf Sexuelle Selbstbestimmung und die freie Entscheidung über den eigenen Körper uneingeschränkt mit einschließt. „Wir unterstützen ausdrücklich die vielen jungen Menschen, die sich in ihrer Freizeit aus Glaubensüberzeugung in der katholischen Jugendarbeit engagieren und dabei ihre Grund- und Menschenrechte formulieren und einfordern“, erklärt Valentin M. Kuby, Sprecher der Juso Hochschulgruppe Passau. „Zudem begrüßen wir, dass der Passauer Bischof Dr. Stefan Oster SDB den Kontakt zu jungen Menschen sucht und über soziale Netzwerke mit ihnen kommuniziert“, fügt Marilyn Mundt, Sprecherin der Juso Hochschulgruppe Passau, hinzu. „Wir schließen uns dem Wunsch von zahlreichen Jugendlichen an, die in einer katholischen Kirche zuhause sein möchten, die ihre individuellen Rechte anerkennt und sie in ihrem Lebensalltag unterstützt“, unterstreicht Steffi Krause, Vorsitzende des Juso Stadtverbands Passau. Ihr Kollege und Vorsitzender des Juso Stadtverbands Passau, Erik Olcese, macht deutlich: „Wir fordern eine offizielle Stellungnahme des Passauer Bischofs Dr. Stefan Oster SDB, in der er sich zu den wissenschaftlichen Fakten über HIV und AIDS bekennt und seine Darstellungen im sozialen Netzwerk Facebook an diese Fakten anpasst“.

 

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Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an Adrian Malzer, Pressesprecher der Juso Hochschulgruppe Passau, info@jusos-uni-passau.de, +49 (0) 173 41 22 550.